Thumbnail

rauen im Zentrum der Agrarproduktion und Ernährungssicherheit

Das Engagement von SOS Faim und seinen Partnern in Afrika

In den meisten afrikanischen Ländern produzieren Frauen zwischen 60 % und 80 % der weltweiten Nahrungsmittel und sind für die Hälfte der globalen Nahrungsmittelproduktion verantwortlich. Sie spielen eine zentrale Rolle in allen Phasen der Nahrungsmittelproduktion, von der Aussaat bis zur Ernte, einschließlich der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte. Dennoch wird ihr wesentlicher Beitrag zur Ernährungssicherheit weiterhin weitgehend unterschätzt und unzureichend unterstützt. SOS Faim, eine Organisation, die sich dem Kampf gegen Hunger und Armut verschrieben hat, stellt Frauen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit in Afrika und arbeitet mit lokalen Partnern zusammen, um ihre Autonomie und ihren Zugang zu Ressourcen zu stärken.

Die unverzichtbare Rolle der Frauen in der Landwirtschaft

Frauen sind die unsichtbaren Säulen der globalen Landwirtschaft. Sie verrichten den Großteil der landwirtschaftlichen Arbeiten. Sie sind auch an der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte beteiligt, eine Tätigkeit, die ihren Familien ein zusätzliches Einkommen sichert. Beispielsweise pressen sie Öl, schälen Reis oder verarbeiten Milch zu Käse. Trotzdem bleibt ihre Arbeit oft unsichtbar und wird unterbewertet. Die Hindernisse, mit denen sie konfrontiert sind, sind vielfältig. In vielen Gesellschaften schränken Traditionen und Gesetze den Zugang von Frauen zum Landbesitz ein, selbst im Falle des Todes ihres Ehemannes. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sind weltweit weniger als 20 % der Landbesitzer Frauen, und nur 5 % der Agrarkredite werden an sie vergeben.

Diese Ungleichheiten haben direkte Folgen für die Ernährungssicherheit. Die Stärkung der Rechte von Frauen und ihres Zugangs zu Ressourcen ist daher unerlässlich im Kampf gegen den Hunger.

SOS Faim: Engagement für die Stärkung von Frauen

Frauen sind das Herzstück der landwirtschaftlichen Produktion und der Ernährungssicherheit, doch ihre Rolle wird allzu oft ignoriert. SOS Faim und seine Partner in Afrika setzen sich dafür ein, diese Realität zu verändern, indem sie die Rechte von Frauen stärken, ihren Zugang zu Ressourcen verbessern und ihre Arbeit wertschätzen. Durch die Unterstützung von Initiativen wie ANOPER, CGLTE-AO, Facilitator for Change und UBTEC trägt SOS Faim zum Aufbau einer gerechteren, hungerfreien Welt bei, in der Frauen im ländlichen Raum ihr volles Potenzial entfalten können.

ANOPER: Wertschätzung der Arbeit von Viehzüchterinnen

Seit 2011 arbeitet SOS Faim mit dem Nationalen Verband professioneller Wiederkäuerhalterorganisationen (ANOPER) in Benin zusammen. Dieser Verband vertritt 35.000 Viehzüchter und setzt sich für die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen ein. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der Unterstützung von Frauen, die Milch zu Produkten wie Käse und pasteurisierter Milch verarbeiten.

Um dem Futtermangel in der mageren Jahreszeit entgegenzuwirken, wurden 2025 in 14 Gemeinden der Departements Borgou und Alibori 115 Frauen in der Beratung zu Viehhaltung geschult. Die Steigerung der Tierproduktivität ist ein wesentlicher Faktor für den Fortschritt kleinbäuerlicher Betriebe. Dies führte auch zu Aufklärungskampagnen zum Thema künstliche Besamung für 981 Viehzüchter, darunter 209 Frauen.

Schulung von Viehhaltern zu Techniken und Praktiken der Futterkonservierung

Um die Tierfütterung während der Trockenzeit auf den Höfen zu erleichtern, wurden 2.704 Viehhalter, darunter 751 Frauen, in der Herstellung von Futterzusätzen (Heuernte, Strohbehandlungstechniken mit Harnstoff, BMND und Minerallecksteinen) geschult.

Aufklärung der Viehhalter über Impfungen gegen Tierseuchen

Um Tierseuchen zu bekämpfen, werden Aufklärungskampagnen zur Impfung gegen Rinderpasteurellose, Maul- und Klauenseuche und Lumpy Skin Disease sowie zum kommunalen Tiergesundheitsdienst durchgeführt. Insgesamt werden 5.401 Viehhalter, darunter 837 Frauen, erreicht.

Organisation von Aufklärungskampagnen zur friedlichen Transhumanz zum Wohle der Viehhalter

Der Inhalt des Weidegesetzes wurde an verschiedene Interessengruppen in den Gemeinden der Departements Borgou und Alibori weitergegeben. Insgesamt wurden 3.369 Landwirte und lokale Akteure, darunter 684 Frauen, sensibilisiert. Dies trug zur Öffnung von Korridoren, Bergregionen und Weideflächen in einigen Gemeinden bei.

Die Sensibilisierung der Viehhalter für die Auswirkungen des Klimawandels und die Verbreitung klimaschonender Anbaumethoden waren ebenfalls wichtige Maßnahmen.

Um die Widerstandsfähigkeit der Viehhalter gegenüber den negativen Folgen des Klimawandels zu stärken, wurden 4.192 Landwirte, darunter 750 Frauen, in klimaschonenden Anbaumethoden geschult. Diese Unterstützung trug dazu bei, die Einstellung der Viehhalter zum Anbau und zur Nutzung von Futterpflanzen zu verändern.