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Landwirtschaftliche Finanzierung in der Sahelzone: Erkenntnisse aus dem AGRI+-Programm – Webinar-Präsentation

In vielen Regionen der Sahelzone stellt der Zugang zu Krediten für Landwirte weiterhin eine große Herausforderung dar. Dabei ist diese Finanzierung unerlässlich für Investitionen, Produktionssteigerungen und die Sicherung des Familieneinkommens.

Acht Jahre lang arbeitete das AGRI+-Programm von SOS Faim in Burkina Faso, Mali und Niger daran, diese Realität zu verbessern. Ziel war es, die landwirtschaftliche Finanzierung zugänglicher, verlässlicher und besser auf die Bedürfnisse von Familienbetrieben zugeschnitten zu gestalten. Am 6. November 2025 präsentierten über 200 Teilnehmende in einem Webinar die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Projekt.

Warum ist der Zugang zu Agrarkrediten so schwierig?

Für Landwirte ist die Kreditaufnahme nach wie vor kompliziert. Die Gründe dafür sind vielfältig: unzureichende Sicherheiten, mangelndes Verständnis des Agrarsektors seitens der Finanzinstitute und Finanzprodukte, die nicht an die Gegebenheiten vor Ort angepasst sind.

Die Folge: Landwirte haben Schwierigkeiten, in ihre Betriebe zu investieren, obwohl ihr Bedarf sehr groß ist.

Vernetzung als Motor für Finanzierung

Ein zentraler Aspekt des AGRI+-Programms war die Vernetzung der Akteure. Bauernorganisationen, Mikrofinanzinstitute, Banken und Behörden trafen sich regelmäßig.

Diese Treffen ermöglichten es allen Beteiligten, die jeweiligen Herausforderungen besser zu verstehen, Missverständnisse auszuräumen und schrittweise Vertrauen aufzubauen.

Insgesamt wurden über 200 lokale sowie 25 regionale und nationale Treffen organisiert.

Konkrete Lösungen für einen leichteren Zugang zu Krediten

AGRI+ ermöglichte die Implementierung von Finanzinstrumenten, um Institutionen zu ermutigen, mehr Kredite an den Agrarsektor zu vergeben. Dazu gehörten eine Kreditlinie und ein Garantiefonds. Diese Mechanismen trugen zur Sicherung von Krediten und zur Risikominderung für Finanzinstitute bei. Die Ergebnisse sind greifbar:

  • 16 Partner-Finanzinstitute mobilisiert
  • 4.225 Kredite vergeben
  • 6,13 Millionen Euro zugesagt
  • 44 % davon für landwirtschaftliche Ausrüstung

Hinter diesen Zahlen stehen Tausende von Landwirten, die in ihre Betriebe investieren, ihre Produktion steigern und ihre Lebensgrundlagen stärken konnten.

Stärkung der Kapazitäten von Bauernorganisationen

Neben dem Zugang zu Finanzierungen unterstützte AGRI+ Bauernorganisationen bei der Stärkung ihrer Autonomie. Schulungsprogramme halfen ihnen, ihr Management zu verbessern, ihren Finanzbedarf genauer zu definieren und effektiver mit Finanzinstitutionen zusammenzuarbeiten.

Insgesamt erhielten 180 Organisationen Unterstützung. Fast 80 % von ihnen konnten anschließend Kredite aufnehmen.

Nachhaltiger Wandel der Praktiken

Eine der wichtigsten Erkenntnisse des Programms ist eindeutig: Die Erleichterung des Zugangs zu Agrarkrediten basiert nicht allein auf Finanzinstrumenten. Sie erfordert auch Dialog, Vertrauen und langfristige Unterstützung. AGRI+ hat somit dazu beigetragen, die Praktiken sowohl bei Bauernorganisationen als auch bei Finanzinstitutionen zu verändern, um ein inklusiveres Agrarfinanzierungssystem zu schaffen, das besser an die Realitäten vor Ort angepasst ist.